Verleihung des Schubart-Literaturpreises an Jenny Erpenbeck

In einer würdigen Feierstunde in der gut besuchten Stadthalle hat Oberbürgermeister Martin Gerlach heute den Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen an Jenny Erpenbeck verliehen.Sie erhielt den mit 12.000 Euro dotierten Preis für ihr aktuelles Werk "Aller Tage Abend". Der von der Kreissparkasse Ostalb mit 5.000 Euro ausgestattete Förderpreis ging an Patricia Görg für "Handbuch der Erfolglosen", ein mit Berichten, Reflexionen und Geschichten angereichertes Tagebuch des Jahres 2011.

Verleihung des Schubart-Literaturpreises:(vl)Vorstandsvorsitzender der KSK Ostalb,Carl Trinkl, Juryvorsitzende Irene Ferchl, Jenny Erpenbeck, Patricia Görg, OB Martin Gerlach (© )
Die Wiener Professorin Dr. Konstanze Fiedl lobte in ihrer Laudatio Erpenbecks sprachliche Konzentration. "Kürze ist ein Gebot der Klugheit. Aufklärung wird nicht durch Ausschweifigkeit möglich". Diese Verknappung - Erpenbeck erzählt in ihrem Werk die Geschichte des 20. Jahrhundert in einer Person - gehe einher mit stilistischer Konzentration. Dabei verfolge Erpenbeck ein Verfahren des "paradoxen Nichterzählens", das sich den Lesenden erst erschließe, wenn sie den ausgelegten Spuren folgten. Ihre Bilder seien "Goldreserven des Schweigens", so Fliedl. Die Preisträgerin beschrieb Schubart, den sie erst durch den Literturpreis kennengelernt habe, als Grenzgänger und "zu groß für diese Welt". Im Grenzdialog zwischen Schubart und Erpenbeck lotete die Preisträgerin aus, "was ist und was nicht ist".
© Stadt Aalen, 24.03.2013