Schubart-Literaturpreis für Peter Schneider

Peter Schneider ist am Sonntag mit dem Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Martin Gerlach und die Vorsitzende der Jury, Irene Ferchl überreichten den mit 12.000 Euro dotierten Preis und würdigten das Lebenswerk des Schriftstellers.

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Schneiders Beschäftigung mit deutscher Zeitgeschichte, in bewusster Verschränkung von Politik und Literatur, steht in der Tradition des freiheitlichen und aufgeklärten Denkens Schubarts. Besonders überzeugt hat die Jury im jüngsten Werk über die Achtundsechziger Zeit „Rebellion und Wahn“ die Redlichkeit des Autors im Umgang mit der - auch eigenen - Vergangenheit. Daran ließ Dr. Mathias Schreiber vom Kulturressort des „Spiegel“ in einer kurzweiligen, teils amüsanten Laudatio die zahlreichen Gäste teilhaben. Er zeichnete ein differenziertes, farbiges Bild der literarischen und politischen Entwicklung der Bundesrepublik in den 60er und 70er Jahren und der Rolle des Schubartpreisträgers Peter Schneider. Der „Schlingel der frühen Jahre“, der „Kleingewaltromantiker“, wie Schneider sich im Rückblick selbst bezeichne, sei dem linken Aktionismus und der grotesken Befreiungsrhetorik der Achtundsechziger entkommen. Mit „Lenz“ und „Der Mauerspringer“ habe sich die Kluft zu den unverbesserlichen Weltverbesserern vertieft. Auch von Adornos Postulaten zur Lyrik nach Auschwitz und der Unmöglichkeit des Erzählens (1954) habe sich Schneider nicht beirren lassen. Damit sei er vielen jungen Autoren zum Vorbild geworden. “Er hat immer frischer und befreiter geschrieben“ weist Schreiber auf den Roman „Paarungen“ hin, „der zu seinen besten Büchern gehört.“ Und „Skylla“, in dem Schneider Mystik und Mythen entdeckt, „so als könne ihm die Welt nichts mehr anhaben.“ „Weiter so!“ ermunterte der Laudator den Preisträger auch im Hinblick auf das neue Thema, das Schneider beschäftige.
© Stadt Aalen, 22.03.2009