Rundum gelungene 44. Reichsstädter Tage

„So schön kann Heimat sein“

Die Stadt Aalen und ihre Bürgerinnen und Bürger haben am Wochenende ein rundum gelungenes Stadtfest ganz im Zeichen Europas und der Völkerverständigung gefeiert. Tausende strömten in die Innenstadt, um die Bühnenshows mit Musik, Tanz und Akrobatikvorführungen an den Bühnen auf dem Gmünder Torplatz, Sparkassenplatz, Marktplatz und Hinter der Stadtkirche zu genießen. Aus allen Partnerstädten Aalens sind Delegationen angereist – allein aus Saint-Lô waren 70 Gäste gekommen, um das 40jährige Partnerschaftsjubiläum zwischen der französischen Stadt in der Normandie und Aalen zu feiern. Zum ersten Mal waren auch Vertreter der mosambikanischen Stadt Vilankulo zum größten Stadtfest der Region angereist. Auch der strahlende Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen taten ihr übrigens zum gelungenen - sehr harmonischen und friedlichen - Festwochenende.

We are the world - Samstagabend-Show auf dem Sparkassenplatz. (© Thomas Siedler)

Trotz der teilweise über vollen Innenstadt ist auch die Bilanz der Sicherheit- und Rettungskräfte hervorragend. „Keine besonderen Vorkommnisse“, freut sich OB Rentschler. Auch in diesem Jahr hatte er gemeinsam mit Vertretern des Gemeinderates der Sicherheitszentrale im kleinen Sitzungssaal des Rathauses am Samstagabend einen Besuch abgestattet, um sich persönlich einen Eindruck zu verschaffen. Unter der Federführung von Michael Felgenhauer, Leiter des Ordnungsamtes, laufen dort alle Fäden zusammen.

„Ich bin sehr froh, dass es Sie gibt“, dankte der OB den anwesenden Vertretern der Polizei, der Feuerwehr, des DRK und der Sicherheitsfirma EOS sowie den städtischen Mitarbeitern, die am Festwochenende dafür sorgen, dass „wir sicher feiern können.“  

Feierliche Eröffnung mit historischen Persönlichkeiten der Stadtgeschichte

Feierliche Eröffnung mit historischen Figuren aus der Stadtgeschichte. (© Stadt Aalen)

Mit dem „Oalemer Lied“ der Läschtermäuler um Suse Behringer wurde am Samstagvormittag das Festwochenende offiziell eröffnet. „Onser Stadt, die isch toll, do fühlt sich jeder wohl“, reimten die Sängerinnen und das Publikum war zum Mitsingen aufgefordert.

OB Rentschlers Eröffnungsrede vor dem Rathauswurde begleitet von den historischen Figuren der Aalener Stadtgeschichte (Römer, Bergmann, Spion, Schubart und Eisenbahner), musikalisch umrahmt vom Städtischen Orchester unter der Leitung von Chris Wegel. Dichtgedrängt verfolgten zahlreiche Aalener Bürgerinnen und Bürger die Eröffnungsfeier mit anschließendem Fassanstich. Neben Vertretern aller Aalener Partnerstädte hieß OB Rentschler zum ersten Mal die afrikanischen Freunde aus der mosambikanischen Stadt Vilankulo willkommen, die den weitersten Anfahrtsweg auf sich genommen hätten. Er konnte die zahlreich gekommenen Vertreter aus Politik und Wirtschaft begrüßen, darunter Aalens Ehrenbürger Oberbürgermeister a.D. Ulrich Pfeifle, Landrat Klaus Pavel, die Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle, die Landtagsabgeordneter Mack und Stoch sowie viele Mitglieder des Kreistages, des Gemeinderates und der Ortschaftsräte.

Grundgesetz ist Garant für Frieden und Freiheit

Frieden, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Deutschland und in Europa zu bewahren sei die große Aufgabe schlechthin, betonte der OB. Und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sei ein herausragender Schatz für das friedliche und tolerante Zusammenleben in einer Gesellschaft. Rentschler empfahl jedem die Lektüre der Artikel 1 – 20.

Das stabile Fundament für die Völkerverständigung seien die Freundschaften zwischen Menschen auf der kommunaler Ebene und gemeinsame Projekte unter Beteiligung von Gruppen, Institutionen, Schulen und Kirchengemeinden. Vor 40 Jahren haben „unsere Mütter und Väter“ den Mut aufgebracht - als Zeichen der Aussöhnung mit dem ehemaligen Kriegsgegner Frankreich- die Partnerschaft mit Saint-Lô begründet.

Nun könne eine ganz besondere Städtefreundschaft in Aalen begonnen werden, betonte der OB, am 25. Juli habe der Gemeinderat den Freundschaftsvertrag mit der mosambikanischen Stadt Vilankulo ratifiziert.

In Aalen geht es voran - Verschuldung auf historischem Tiefstand

Überall in der Stadt sei zu sehen, dass es vorangehe, führte der OB weiter aus. Dabei sei die Verschuldung der Stadt trotz rekordverdächtiger Investitionen weiter zurückgegangen. „Pro Kopf sind wir im städtischen Haushalt bei nur 380 Euro/pro Einwohner.“ 2013 ist es mehr als doppelt so hoch gewesen.

Das gute Zusammenspiel zwischen Rathaus, Wohnungsbau, Privat- und Unternehmenskunden spürten mittlerweile alle. Wohnungsbau, Smart City, Förderung der E-Mobilität und Investitionen in die Bäderlandschaft – in Aalen gehe es konstruktiv voran. Dazu tragen auch die vielen Bürgerinformationsveranstaltungen bei und die vielfältigen Aktivitäten der Agenda-Bewegung, lobte der OB dieses herausragende bürgerschaftliche Engagement.

Drei Herzensangelegenheiten: Kultur - Start up und eine attraktive Innenstadt

In seiner Rede warb der OB für die Aalener Kulturwochen, ein „besonderes Kunst- und Kulturprogramm für die ganze Region“, die nach den Reichsstädter Tagen beginnen und „die Vorfreude auf den Kulturbahnhof erhöhen sollen und die Kulturschaffenden aus den verschiedenen Sparten zusammenbringen sollen.

„Wir wollen die Stadt noch attraktiver machen für alle Gründerinitiativen, Forschungsaktivitäten und Start-up`s“, kündigte er an. Neben Wirtschafts- und Innovationszentrum soll im ehemaligen IHK-Gebäude das neue Digitalisierungszentrum dazu beitragen. „Dazu ein Klima, das die jungen, innovativen Menschen in Aalen hält.“

Alle Möglichkeiten will der OB ausschöpfen, um die attraktive Aalener Innenstadt zu stärken: 3. bis 4.000 neue Einwohner, Konversion alter Industriebrachen und die Frequenzbringer mit überregionaler Strahlkraft trügen dazu bei.

„Feiern wir mit unseren Gästen“, schloss er seine Rede, und konstatierte „So schön kann Heimat sein.“

Drei Schläge zum Fassanstich

Nur drei Schläge und das Freibier lief. (© Stadt Aalen)

Bevor OB Rentschler mit drei kräftigen Schlägen das offiziell erste Bierfass zu den 44. Reichsstädter Tagen anstoch, sprachen Pfarrer Wolfgang Sedlmeier und Dekan Ralf Drescher ein gemeinsames Friedensgebet. Claus Albrecht, Vorsitzender des BdS, dankte auch im Namen von ACA-Vorsitzendem Dr. Schwerdter, den „weit über 800 Ehrenamtlichen“ die zum Gelingen des Stadtfestes beitragen.