Peter Schneider erhält den Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen 2009

Der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen geht in diesem Jahr an den deutschsprachigen Schriftsteller Peter Schneider. Einstimmig hat die Jury beschlossen, Schneider für seine autobiographische Erzählung „Rebellion und Wahn. Mein ’68“ sowie sein literarisches Gesamtwerk mit dem Preis auszuzeichnen.

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Der Preis wird in einer Matinee am Sonntag, 22. März 2009 um 11 Uhr im Aalener Rathaus überreicht. Er ist mit 12 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Mit dem Preis erinnert die Stadt Aalen an den berühmten Dichter, Komponisten und ersten deutschen Journalisten Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 – 1791). Peter Schneider zählt seit seinem Debüt, der Erzählung „Lenz“ (1973 / NA 2008), zu den profiliertesten Schriftstellern, die sich in bewusster Verschränkung von Literatur und Politik mit der deutschen Zeitgeschichte beschäftigen. Sein neuestes Werk, die 2008 erschienene autobiographische Erzählung „Rebellion und Wahn“ wird von der Jury des Schubart-Literaturpreises (wie von der Kritik) als das beste Buch über die „Achtundsechziger Jahre“ hochgeschätzt; Schneider benutzte seine Tagebücher aus jener Zeit als authentisches Material, um sich kritisch und selbstkritisch damit auseinanderzusetzen. Dies geschieht ohne nachträgliche Schönfärberei und ohne Verdammung, vor allem gelingt es ihm, neben dem politischen Denken und Handeln das Lebensgefühl der Achtundsechziger anschaulich zu schildern. Eine komplizierte Liebesgeschichte gehört ebenso in diese Bilanz wie die Analyse des Sprachverhaltens und macht das Buch neben einem Plädoyer für die intellektuelle Redlichkeit im Umgang mit der (eigenen) Vergangenheit – zu denen auch die Utopien und Verstiegenheiten gehören – zu einem Lesevergnügen.
© Stadt Aalen, 15.01.2009