Johann Gottfried Pahl

Pfarrer, Autor, Politiker: Das Multitalent aus armer Aalener Familie arbeitete sich hoch bis zum geadelten Landtagsabgeordneten. Als scharfsinniger Querdenker kommentierte er bissig seine Zeit. Pahl gilt als Wegbereiter der südwestdeutschen Demokratiebewegung.

Johann Gottfried Pahl
(© Universitätsbibliothek Tübingen (UBT))

Als Sohn einer verarmten, aber durchaus angesehenen Familie erblickte Pahl am 12. Juni 1768 das Licht der Welt. Sein unstillbarer Wissenshunger und die Hilfe seines Lehrers an der Aalener Lateinschule verhalfen ihm zum Abitur. Das Theologiestudium in Altdorf/Nürnberg musste Pahl aber nach nur anderthalb Jahren abbrechen. Das kleine Stipendium seiner Heimatstadt Aalen reichte vorn und hinten nicht aus.

Als Diakon, Pfarrer, Schultheiß in Essingen, Fachsenfeld und Neubronn schlug sich Pahl in den folgenden Jahren mehr recht als schlecht durch. Das Gehalt reichte kaum für ihn und seine Großfamilie (acht Kinder!) aus. Also schrieb Pahl gegen die Armut an: Bis zu seinem Lebensende legte er 80 Publikationen vor. Thematisch beschäftigte er sich mit Geschichte, Erziehung oder Theologie.

Vor allem aber interessierte Pahl die Politik. Begeistert und zuweilen bissig kommentierte er – ab 1801 in seiner „National-Chronik der Teutschen“ – die Französische Revolution, die Napoleonischen Kriege und die Einverleibung seiner Heimat in das Königreich Württemberg. Dabei geriet er – seit 1808 Pfarrer in Affalterbach – durchaus auch in Konflikt mit dem württembergischen König.

Anders als Schubart aber blieb ihm die Haft auf dem Hohenasperg erspart. Ganz im Gegenteil: Pahl machte im Königreich Württemberg Karriere. 1814 erhielt er die glänzend ausgestattete Pfarrei Fichtenberg, 1824 wurde er Dekan von Gaildorf und 1832 avancierte er als Prälat von Schwäbisch-Hall zum geadelten württembergischen Landtagsabgeordneten. Hoch geachtet verstarb Johann Gottfried von Pahl am 18. April 1839 in Stuttgart. Er liegt wie Schubart auf dem Hoppenlau-Friedhof begraben.

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