Jochen Hieber neuer Vorsitzender der Schubart-Jury der Stadt Aalen

In ihrer konstituierenden Sitzung hat die Jury des Schubart-Literaturpreises der Stadt Aalen Jochen Hieber einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.

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Jochen Hieber tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Hermann Bausinger an, der die Jury im vergangenen Viertelhundert leitete und dabei entscheidend zum kontinuierlich wachsenden Renommee des Schubart-Literaturpreises beitrug. Der Schubart-Literaturpreis feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Jubiläum. Seine Berufung zum Vorsitzenden der Jury des Schubart-Literaturpreises empfindet er als Ehre und Herausforderung gleichermaßen. Dass er auf diese Weise gleichsam offiziell in seine Geburtsstadt zurückkehren darf, ist ihm ein nicht geringes biographisches Glück. Mitglieder der Jury des Schubart-Literaturpreises sind weiterhin: Irene Ferchl, freie Kulturjournalistin aus Stuttgart und Herausgeberin des Literaturblatts, Martin Blümcke, langjähriger Redakteur von „Land und Leute“ des Süddeutschen Rundfunks, Dr. Peter Kastner, Leiter des Kulturamtes der Stadt Esslingen, Dr. Michael Kienzle, Literaturwissenschaftler an der Universität Stuttgart und Stadtrat der GRÜNEN im Stuttgarter Gemeinderat sowie Dr. Hans Kilb, Oberstudiendirektor am Kopernikus-Gymnasium in Wasseralfingen. Jochen Hieber ist ein Sohn der Stadt Aalen. Geboren wurde er am 30. September 1951 und machte 1970 sein Abitur am Aalener Schubart-Gymnasium, wo vor allem durch seinen Deutschlehrer Dr. Wolfgang Hegele die Begeisterung für die Literatur und die Leidenschaft für die Philosophie geweckt wurde. Das Studium der Feuilletons der überregionalen Tages- und Wochenzeitungen führte zum Berufswunsch, Literaturkritiker zu werden. Zur „Vorbereitung“ studierte er ab dem Wintersemester 1970/71 Germanistik, Geschichte und Philosophie in Göttingen. Seit Sommer 1976 war Hieber als Literatur-, Theater- und Fernsehkritiker regelmäßiger freier Mitarbeiter bei der „Süddeutschen Zeitung“ und der Wochenzeitung „Die Zeit“, beim Deutschlandfunk in Köln und beim NDR in Hannover. Im Herbst 1982 lud ihn Marcel Reich-Ranicki, damals Leiter des Literaturblatts der F.A.Z., zu einem Gespräch nach Frankfurt am Main ein. Das hatte Folgen: Seit Mai 1983 ist er Feuilleton-Redakteur und Literaturkritiker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ – in dieser Eigenschaft auch Vorsitzender der Jury des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg vor der Höhe, Mitglied in der Jury des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Bücher-Bestenliste des Südwestrundfunks sowie der Hörbuch-Bestenliste des Hessischen Rundfunks und des Börsenblattes. Veröffentlichungen in Auswahl: „Wörterhelden, Landvermesser. Kritiken und Essays“ (1994), „Lieber Marcel. Briefe an Reich-Ranicki“ (Hrsg., 1995, erweiterte Neuausgabe 2000), „Thomas Manns Buddenbrooks“ (Hrsg. der ersten kommentierten Ausgabe, 1996), „Unversöhnte Lebensläufe. Über Ignatz Bubis und Martin Walser“ (in: Festschrift für Birgit Lermen, 2000). Seit Herbst 1984 lebt Hieber in Stornfels, einem Dorf im Vogelsberg, das zur Gesamtgemeinde Nidda gehört, und verantwortet dort seit 1992 das Programm der Reihe „Nidda literarisch“. Ende 2002 erhielt er den erstmals verliehenen Kulturpreis der Stadt Nidda. Zweiter Wohnsitz ist Frankfurt am Main. Seit April 2001 moderiert er zudem im Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks einmal im Monat den „Weimarer Salon“, eine Gesprächssendung mit Schriftstellern über deren neue Bücher. Seit September 2003 und bis zum 30. September 2006 ist Jochen Hieber von seinen redaktionellen Pflichten im Feuilleton der F.A.Z. befreit, um unter der künstlerischen Oberleitung des Wiener Weltkünstlers André Heller in verantwortlicher Position das Kunst- und Kulturprogramm des Nationalen DFB Kulturstiftung zur FIFA WM 2006 zu organisieren, zu gestalten und zu präsentieren. Hieber ist dabei in erster Linie als Chefredakteur des bis 2006 sechsmal erscheinenden deutsch-englischen Magazins ANSTOSS, der Zeitschrift des Kunst- und Kulturprogramms zur WM 2006, engagiert – und zudem als Intendant und Kulturbeauftragter verantwortlich für die Deutschland-Tournee des FUSSBALL GLOBUS FIFA WM 2006, die ihn im Januar und Februar kommenden Jahres auch nach Stuttgart führen wird.
© Stadt Aalen, 18.01.2005