Friedrich Christian Delius erhält Schubart Literaturpreis der Stadt Aalen 2007

Der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen geht in diesem Jahr an den deutschsprachigen Schriftsteller Friedrich Christian Delius.

(© )
Einstimmig hat die Jury beschlossen, Delius für seine Erzählung „Bildnis der Mutter als junge Frau“ sowie sein literarisches Gesamtwerk mit dem Preis auszuzeichnen. Der Preis wird in einer Matinee am Sonntag, 25. März 2007 um 11 Uhr im Aalener Rathaus überreicht. Er ist mit 12 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Mit dem Preis erinnert die Stadt Aalen an den Dichter, Komponisten und ersten deutschen Journalisten Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 – 1791), der in Aalen seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte. Die Jury tagte unter der Interimsvorsitzenden Irene Ferchl. Aufgrund unterschiedlicher inhaltlicher Vorstellungen zur Preisvergabe hat der bisherige Vorsitzende Jochen Hieber seinen Vorsitz niedergelegt. Irene Ferchl wird deshalb bei der Überreichung auch die Laudatio halten. $(text:b:Ausstellung der Schubart-Literaturpreisträger Robert Gernhardt und Horst Brandstätter)$ Im Zusammenhang mit der Preisverleihung werden in einer Ausstellung auch Werke von Robert Gernhardt, Schubartliteraturpreisträger 2001, und Horst Brandstätter, Schubartliteraturpreisträger 1978, im März in Aalen gezeigt. $(text:b:Hermann Bausinger Symposium)$ „Was darf Humor?“, mit dieser Frage setzen sich die Teilnehmer des Hermann Bausinger-Symposiums auseinander. Das erstmals stattfindende Symposium, das den Namen des langjährigen Vorsitzenden des Schubart-Literaturpreisgerichtes trägt, soll künftig alle zwei Jahre anlässlich der Preisverleihung stattfinden. Wissenschaftler und Fachleute werden über bestimmte Themen diskutieren und Vorträge halten, die für die Gesellschaft auch unter dem speziellen Blickwinkel des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Aalen von Bedeutung sind. $(text:b:Friedrich Christian Delius)$ Friedrich Christian Delius ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und hat sich mit allen seinen Büchern als ein Chronist der Gegenwart und aufklärerischer Geist erwiesen. Seit seinen literarischen Anfängen in der Studentenbewegung von 1968 bis zu seiner jüngsten, im Herbst 2006 erschienenen Erzählung – "Bildnis der Mutter als junge Frau" – zeigt sich seine konsequente Haltung, die Auswirkungen historischer Ereignisse auf das Denken und Fühlen von Menschen zu beschreiben. Bekannt wurde Delius 1972 mit seiner satirischen Festschrift "Unsere Siemenswelt", die damals einen dreijährigen Rechtsstreit auslöste, der zugunsten des Autors ausging. Seine wichtigsten Romane sind "Ein Held der inneren Sicherheit" (1981), "Die Birnen von Ribbeck" (1991), "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" (1994), "Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus" (1995), "Die Flatterzunge" (1999) und "Der Königsmacher" (2001). Für jedes Thema, sei es ideologiekritisch oder autobiografisch, hat Delius die ihm gemäße Form gefunden. Das gilt auch für das neueste Buch, eine Liebeserklärung an seine Mutter und die Stadt Rom, wo die junge Frau im Winter 1943 auf die Geburt ihres ersten Kindes und die Rückkehr ihres Ehemanns aus dem Krieg wartet.
© Stadt Aalen, 16.01.2007