Delius ein kritischer Beobachter

Schubart-Literaturpreisverleihung im vollbesetzten Rathausfoyer - Rede zum herunterladen

Friedrich Christian Delius und Oberbürgermeister Martin Gerlach bei der Preisverleihung
Friedrich Christian Delius und Oberbürgermeister Martin Gerlach bei der Preisverleihung (© Stadt Aalen)
„Er ist im besten Sinne ein kritischer Beobachter und Begleiter der Zeitgeschichte, wie es auch Schubart nicht nur als Journalist in seiner „Teutschen Chronik“ war“, das sagte Aalens Oberbürgermeister Martin Gerlach anlässlich der Schubart-Literaturpreisverleihung an Friedrich Christian Delius am heutigen Sonntagvormittag im vollbesetzten Aalener Rathausfoyer. Die Jury des Preisgerichts würdige dabei besonders die Fähigkeit dieses Autors, seit den Anfängen seiner literarischen Tätigkeit bis hin zu seiner jüngsten Erzählung „Bildnis der Mutter, als junge Frau“, die Auswirkungen historischer Ereignisse auf das Denken und Fühlen der Menschen, eindrucksvoll, oft vergnüglich aber auch nachdenklich und aufklärerisch, zu beschreiben, so Gerlach. Mit dem 12 000 Euro dotierten Preis erinnert die Stadt Aalen an den Dichter, Komponisten und ersten deutschen Journalisten Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 bis 1791), welcher seine Kindheit und Jugendzeit in Kocherstadt verbrachte. Die Laudatio hielt die derzeitige Vorsitzende des Schubart-Literaturpreisgerichts Irene Ferchl, Autorin und Herausgeberin des Literaturblattes Baden-Württemberg. Die Jury habe sich im Dezember 2006 einstimmig für Delius ausgesprochen. Die Jury sehe im Werk des Literaten eine Übereinstimmung mit den Statuten. Es sei von hoher literarischer Qualität und weist eine Nähe zum Denken Schubarts auf, zu dessen freiheitlichem und aufklärerischem Denken, so die Vorsitzende. Kommentierend, erzählend, beschreibend, anmerkend und kritisch vergleicht Friedrich Christian Delius in seiner Dankesrede Texte und Aussagen von Christian Friedrich Daniel Schubart mit seinen Gedanken. „Bei aller widrigen Lage, in der ich bin, will ich mich doch bemühen, meinem Ideale näher zu kommen, und so viel sich´s tun lässt, Politik, Literatur, Dichtkunst, Musik und bildende Künste miteinander abwechseln lassen. Lob, schreibt Schubart – und ich danke für die Lobrede von Frau Ferchl, danke der Jury, der Stadt Aalen, also ihren Bürgerinnen und Bürgern, für den Preis und Schubart für die vielen Stunden Lektüre“, so Delius zum Schluss seiner Rede. Die Rede kann in der rechten Spalte im pdf-Format heruntergeladen werden.
© Stadt Aalen, 25.03.2007